Die Schweizer Musikszene sollte international stärker auftreten

Dies ist wahrscheinlich einfacher gesagt als getan. Die meisten Musiker wünschen sich wohl, dass ihre Musik nicht nur in ihrer Heimatgemeinde gehört und geschätzt wird. Wenn man das Beispiel der deutschsprachigen Schweiz heranzieht, so ist die Fangemeinde so ziemlich auf den deutschsprachigen Sprachraum begrenzt, sofern man nicht in Schwyzerdütsch auftritt, was die Musikfreunde aus Österreich und Deutschland jedoch nicht so richtig anzieht. Aber gerade das macht ja die Identität eines Musikers / einer Band aus, wenn man die Werke in seinem eigenen Dialekt vorträgt.

Keine Frage, Musiker und Bands aus der französischen Schweiz tun sich da bei Auftritten in Frankreich und in Teilen Belgiens viel leichter, aber auch in anderen Teilen der Welt ist französisch gang und gäbe. Dies bedeutet aber auch mehr Konkurrenz durch Musikern aus diesen Gegenden. Vor allem aber besteht diese Konkurrenz für alle Musiker durch die Dominanz der englischen und US-amerikanischen Musikszene.

Um weltweit erfolgreich zu sein, kommt man an Englisch nicht vorbei, aber es hängt auch von der persönlichen Zielsetzung jedes einzelnen Musikers ab, ob er nun seine gesellschaftlichen Wurzeln in die Musik einbringen möchte oder nicht und inwieweit ihm das auch gelingt.

Andreas Vollenweider nimmt hier sowieso eine Sonderstellung ein, weil seine MusikAndreas Vollenweider (fast) ohne Gesang auskommt, was gleichzeitig auch bedeutet, die musikalische Qualität muss sehr hoch liegen, will man eine größere Anzahl von Fans anziehen und halten.

Die Gruppe Krokus hat es international zu hohem Ansehen gebracht und darf daher zu Recht als Ausnahmeerscheinung betrachtet werden.

Aber sind die reinen Verkaufszahlen wirklich der Weisheit letzter Schluss? In der heutigen Zeit neigen viele dazu, alles und jeden nur in Zahlen zu messen, aber gerade Musik, die Kreativität voraussetzt, ist ein Metier, das auch in nichtkommerziellen Maßstäben betrachtet werden kann und soll.

Schließlich ist es dem Hörer einer CD ziemlich egal, ob der Künstler nur einige tausend Stück oder die hundertfache Menge aufgelegt hat, sofern der Musikgenuss seine Geschmacksrichtung trifft.